Die Auswertung des PHT-Potentialprofils
Ein Beispiel aus der Praxis


Anregungen zur Auswertung
deines persönlichen PHT-Potentialprofils

Unsere Anregungen orientieren sich am nebenstehenden praktischen Beispiel des PHT-Potenzialprofils einer anderen Person. Wir empfehlen dir daher, dein persönliches PHT-Potenzialprofil bereit zu halten.

Wenngleich dich vermutlich in erster Linie der untere Bereich deines Profils interessierte, werden wir auf das Spektrum der Ausprägung deiner Fähigkeiten erst nach der Betrachtung deiner diesem Spektrum zugrundeliegenden Merkmale und Eigenschaften der Motive und Komponenten deines Verhaltens eingehen, die im oberen Bereich des Profils dargestellt sind.

Zur Erinnerung der allgemeinen Profilbeschreibung:

> Die Motive des Verhaltens 
beschreiben in deinem Profil die bevorzugten Absichten deines Verhaltens, 
d.h. sie beschreiben und bewirken, wie du dich am liebsten verhalten möchtest.
Sie nehmen Einfluss auf die Intensität der jeweiligen Wesensart der Komponenten deines Verhaltens.

> Die Struktur der Komponenten des Verhaltens
und deren unterschiedliche Wesensarten
beschreiben dein unterschiedliches Verhalten in unterschiedlichen Phasen des inneren Ablaufs deines Verhaltens.

> Das Spektrum der Fähigkeiten
beschreibt die unterschiedlichen Ausprägungen deiner beruflich relevanten Fähigkeiten. Diese unterschiedlichen Ausprägungen ergeben sich aus dem Zusammenwirken deiner Verhaltensmotive und deiner Wesensarten der Verhaltenskomponenten.

Bei der Auswertung beginnen wir hierin zunächst mit dem Spektrum deiner Fähigkeiten, also mit der von dir erwarteten Antwort auf deine urspüngliche Frage nach deinen bevorzugten Fähigkeiten. Anschließend betrachten wir die Struktur der Komponenten deines Verhaltens und deren unterschiedliche Wesensarten, welche die Richtungen der Ausprägung deiner Fähigkeiten bestimmen, bevor wir uns den Motiven deines Verhaltens zuwenden, welche den Grad der einzelnen Ausprägungen zusätzlich beeinflussen.

Gesamtbild der Ausprägung beruflich relevanten Grundfähigkeiten

Welche Fähigkeiten sind stärker, welche weniger ausgeprägt?

Je weiter der im Kreisinneren markierte Bereich nach außen reicht, desto stärker sind die jeweils am Außenkreis benannten Grundfähigkeiten ausgeprägt.

Wir erläutern unsere Betrachtung des obigen Beispiels, das i.d.R. von deinem individuellen Spektrum abweicht, anhand derer du auch dein eigenes Spektrum betrachten kannst.  

Im vorliegenden Beispiel erkennen wir einen deutlichen Schwerpunkt in der Fähigkeit, Wissen und Information zu verbreiten. Die Ausprägung der beiden benachbarten Fähigkeiten, der Wunsch nach kreativem Gestalten und der Wunsch nach direktem menschlichem Kontakt, sind etwa gleich stark ausgeprägt. D.h. dass in diesem Fall bei dem Wunsch nach Verbreitung von Information und Wissen weder das benachbarte kreatives Gestalten noch der direkte Kontakt zu Menschen im Vordergrund steht. Die besonders ausgeprägte Fähigkeit der betrachteten Person liegt daher eher vorrangig im Wunsch nach genereller Verbreitung gestalteter Information in eher indirektem Kontakt mit Menschen.

Die eher durchschnittlich ausgeprägten Führungspotentiale zeigen an, dass die betrachtete Person für eine höher angesiedelte Führungsaufgabe (inkl.  z.B. wirtschaftlicher Ergebnisverantwortung) vermutlich nicht geeignet sein dürfte. Aufgrund der dem Führen benachbarten Fähigkeiten kann die Führungsfähigkeit eher mental (Denker) und etwas weniger praktisch/sozial (Macher) ausgeübt werden. D.h. nachgestellte Mitarbeiter/innen könnten eine eher mentale inhaltliche Zielführung (das WAS) bekommen als eine soziale Führung zur praktischen Umsetzung (das WIE) ihrer Aufgaben.

Helfend/unterstützende und sachlich/verwaltend ausführende Fähigkeiten sind bei der hier betrachteten Person weniger ausgeprägt. Das überlässt sie eher gerne anderen.

Die Bedeutung Wesensausrichtung der Komponenten des Verhaltens
Ein Beispiel aus unserer Praxis

Inwieweit unterstützen die Komponenten des Verhaltens die Ausprägung der Fähigkeiten?

Die Komponenten des Verhaltens werden in vier Kreisgafiken dargestellt. Die je Komponente i.d.R. in verschiedene Richtung weisenden inneren Kreissektoren beschreiben anhand der farblich unterschiedenen Kreisränder deren unterschiedliche Richtung jeweiligen Wesensart (Dispositionen): Die WIR-orientierte Wesensart des empfindsamen FÜHLERs (gelb), die SACH-orientierte Wesensart des realistischen MACHERs (grün) und die ICH-orientierte Wesensart des rationalen DENKERs (blau).
Die im Kreisinneren des Spektrums der Fähigkeiten dargestellten Schwerpunkte der Ausprägung einzelner Fähigkeiten verweisen in vergleichbarer Weise auf die dem entsprechenden Wesensausrichtungen des Fühlers, des Machers und des Denkers.  Über diesen (Farb-)Vergleich wird erkennbar, welche der Verhaltenskomponenten aufgrund ihrer Wesensart für welche der im Spektrum ausgewiesenen Fähigkeiten mehr oder weniger maßgebend sind.

Die im betrachteten Beispiel der betroffenen Person hervortretende Fähigkeit "Vermittlung von Wissen und Information" wird demnach vorrangig von derem initiativ WIR-orientiert schöpferieschem Denken und von derem aufgeschlossen WIR-betont interessiertem Begegenen mit anderen Menschen bestimmt. Deren differenziert ICH-bezogene realistische Wahrnehmung kann dabei unterstützend behilflich sein.

Im vorliegenden Fall kommt der druchschnittlichen Inneren Stabilität keine Bedeutung zu, zumal die berufliche Tätigkeit der betrachteten Person zu den vorhandenen Fähigkeiten optimal passt.

Die Bedeutung des Einflusses der Motive des Verhaltens

Die Merkmale der Motive des Verhaltens beschreiben den Hintergrund der bevorzugten Zielvorstellungen und Interessen unserer Willensbildung. Dieses WOLLEN lässt sich aber nur insoweit realisieren, als es von der Ausrichtung der Wesensart (Disposition) des Verhaltens, also von den Eigenschaften des KÖNNENs unterstützt wird. Je besser die Merkmale des WOLLENs mit denen des KÖNNENs harmonieren, desto besser werden die Eigenschaften der Wesensausrichtung des Verhaltens von den Motiven des Verhaltens unterstützt.

Bei entsprechender Fachkompetenz der im obigen Beispiel betrachteten Person für die Vermittlung von Wissen und Information unterstützen deren Motive der Selbstverwirklichung ebenso wie deren mentalen Motive des Denkens und sozialen Motive des Handelns voll und ganz die Ausübung der gemäß dem Spektrum der Fähigkeiten bevorzugten beruflichen Tätigkeiten. Ihr Gesamtverhalten wirkt daher in hohem Maße authentisch.

Da sowohl beim Wunsch nach Selbstverwirklichung als auch bei den mentalen Motiven ein Hinweis auf Interesse an Führung fehlt, wird deutlich, dass bei der im Beispiel betroffenen Person gelegentlich eventuelle geforderte soziale Führungstätigkeiten lediglich vom Wunsch nach eigener Zielerreichung unterstützt werden würden.

Welche Führungskompetenzen lassen sich aus dem Potenzialprofil ableiten?

Soziale Führungskompetenz (vorangige Führung von ausführendem Personal) ist i.d.R. bei einer sachlich/rationalen Wesensausrichtung des Handelns zu erwarten. Geistige Führungskompetenz (vorrangig strategische Führung von nachgeordneten Führungskräften) ist i.d.R. bei einer rational/sachlichen Wesensausrichtung des Denkens zu erwarten. Authentisch wirkende Führungskompetenz sollte in den Motiven des Verhaltens einen ausgesprochenen Führungswunsch ausweisen.

Da die Verhaltensmotive der im Beispiel betroffenen Person keinen ausdrücklichen Führungswunsch ausweisen, ist aufgrund der als zielführend SACH-orientierten abstimmend ausgewiesenen Wesensausrichtung des Handelns eine soziale Führungskompetenz anzunehmen. Aufgrund der Wesensausrichtung des Denkens wäre eine die sachlich/organisatorische Führung von ausführendem Personal hinausgehende Führungsverantwortung nicht zu empfehlen.