Komponenten des Verhaltens

Die Struktur 
der Komponenten des Verhaltens

Der mittlere Bereich des PHT-Potentialprofils beschreibt 4 für die Eignungsdiagnose wesentliche Komponenten (Kreisgrafiken) des aktiven Verhaltens, die Ausprägung der Inneren Stabilität und die bevorzugten Eigenschaften der Art des Entscheidens.

Ein Beispiel
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Erläuterung der Komponenten des Verhaltens

Struktur des Verhaltens

Die obige Darstellung des aktiven Verhaltens erlaubt, die Eignung jeder dieser Komponenten und ihrer Wesensart (Disposition) getrennt betrachten und einschätzen zu können. Die 4 Komponenten beschreiben

  • die Art des sozialen BEGNENs,
    d.h. wie wir uns anderen gegenüber verhalten und wie wir auf andere wirken,
  • die Art des mentalen WAHRNEHMENs,
    d.h. wie wir auf uns einwirkende Situationen und Informationen geistig wahrnehmen,
  • die Art des DENKENs,
    d.h. wie wir unsere Wahrnehmungen überdenken und geistig verarbeiten,
  • die Art des sozialen HANDELNs,
    d.h. wie wir den sich aus unserem Denken ergebenden Handlungsbedarf in aktives Handeln umsetzen.

Die im Kreisinneren der Komponenten farblich hervorgehobenen Kreissektoren kennzeichnen die Wesensart der jeweiligen Verhaltenskomponente, aus der am Kreirand die ihr entsprechenden Eigenschaften ablesbar sind. So zeigt im obigen Beispiel in der Komponente "Begegnen" der innere Kreissektor nach rechts oben. D.h. die betroffene Person begegnet anderen in erster Linie aufgeschlossen WIR-orientiert und interessiert. Gleichzeitig lässt sich aufgrund der dort ausgewiesenen Wesensart (Disposition) zusätzlich erkennen, dass die gleiche Person auf andere Menschen aber auch eher weniger sachlich konzentriert wirkt.

Die nachfolgenden Erläuterungen zur Wesensart (Disposition) machen die prinzipiell zu betrachtenden Unterschiede des Verhaltens zwischen den verschiedenen Komponenten deutlich.

Hinweis zur Betrachtung der Lerndisposition

Lernfähigkeit und Lernverhalten

Zwei zu unterscheidende Seiten einer Medaille?

Wir empfehlen zwischen der physischen Lernfähigkeit des Gehirns und dem psychischen Lernverhalten zu unterscheiden. Dies gilt vor allem, wenn beides - wie z.B. bei der Planung von Ausbildungsmaßnahmen - zur Beurteilung der Eignung für bestimmte berufliche Anforderungen von Bedeutung ist.

Der über den Intelligenzquotienten (IQ) bestimmbare Grad an Lernfähigkeit lässt erfahrungsgemäß im privaten wie im beruflichen Leben noch keine hinreichende Vermutung weder auf ein allgemein intelligentes Verhalten noch auf die individuell bevorzugte Art des Lernverhaltens zu. 

Die obige Grafik der Verhaltenskomponenten gibt Auskunft über die individuelle Disposition der Wesensart der mentalen Aufnahme (Wahrnehmen) von Information, der Art der mentalen Anwendung (Denken) vorhandener Kenntnisses und der Art des eigenen oder sozialen Umgangs (Handeln) mit Information bzw. Wissen.

Wir können je Komponente des Verhaltens (begegnen, wahrnehmen, denken, handeln) zwischen drei prinzipiellen Wesensarten unserer Aufnahme von Information bzw. Wissen unterscheiden:

  • die rationale (blaue) Wesensart beschreibt eine bevorzugt theoretische/wissenschaftliche Disposition,
  • die realistische (grüne) Wesensart beschreibt eine bevorzugt sachliche/praktische Disposition und
  • die sensitive (gelbe) Wesensart, beschreibt eine bevorzugt einfühlende/humane Disposition.

Damit wäre das Lernverhalten der im obigen Beispiel betroffenen Person wie folgt zu beschreiben:

  • Diese Person nimmt Lerninhalte bevorzugt rational/differenzierend und realistisch auf,
  • wendet diese Kenntnisse bevorzugt sensitiv/initiativ und kreativ an und
  • geht in ihrem Handeln mit ihren Kenntnissen vorrangig sachlich um.
Hinweis zur Betrachtung der inneren Stabilität

Der Hinweis auf die innere Stabilität des Verhaltens wird im obigen Beispiel links unten für die betroffene Person als durchschnittlich ausgewiesen.

Der Grad an innerer Stabilität beinhaltet keine prinzipielle Wertung der persönlichen Kompetenzen. Man kann in der Praxis aber beobachten, dass Menschen mit höherer innerer Stabilität eine temporäre mentale oder soziale Überforderung leichter und ohne Stress überbrücken können. Für Menschen mit geringerer innerer Stabilität bedeutet es, dass die Anforderungen der beruflichen Tätigkeiten möglichst gut zu dessen veranlagungsbedingten Kompetenzen und Fähigkeiten passen sollten, um temporär mögliche Überforderungen zu minimieren.

Hohe innere Stabilität deutet auf eine relative Stressunempfindlichkeit und geringe innere Spannungspotentiale, also auf eine selten aus der Ruhe zu bringende Person hin. Im Gegensatz dazu kann geringe innere Stabilität auf eine gewisse Stressanfälligkeit und innere Spannungen, also auf eine innerlich etwas unruhige aber gelegentlich auch kreativere Person hinweisen.